Makroskopische Anatomie

Ziel des Kurses ist es, die Strukturen des menschlichen Körpers durch praktisches Handeln zu erfahren und sie in funktionelle Zusammenhänge einzuordnen. Der Kurs sieht hierzu als zentralen und unverzichtbaren Bestandteil die systematische Präparation eines menschlichen Leichnams durch jeden Studierenden vor. Zusätzlich sollen durch den Kurs Grundlagen für das praktische ärztliche Handeln gelegt werden, sowohl hinsichtlich manueller, als auch hinsichtlich sozialer und ethischer Aspekte.

 

Allgemeines / Organisation

Der Kurs der makroskopischen Anatomie (Präparierkurs) findet in den beiden Semestern des ersten Studienjahrs statt. In den ersten 5 Wochen werden durch Vorlesungen allgemeine Grundlagen vermittelt, danach beginnt der wöchentliche Kurs. Eine begleitende Vorlesung bereitet mit einem Vorlauf von einer Woche auf das jeweilige Thema des Kurses vor, so dass für die Studierenden die Vorlesung, die eigene Vorbereitung durch Bücher, CDs und Atlanten sowie der Kurs zeitlich direkt auf einander folgen. Der Kurs findet in Gruppen von höchstens 5 Studierenden an jeweils einem Leichnam statt. Durch kurze tägliche Testate am Ende jedes Kurstags wird sichergestellt, dass die Studierenden sich auf jeden Kurstag gezielt vorbereiten und die Kurszeit effektiv nutzen. Die Übersicht größerer Regionen und übergeordneter Zusammenhänge wird durch spezielle Regionentestate betont.

Kenntnisse

Im ersten Semester sollen – neben den Grundlagen der allgemeinen Anatomie – Kenntnisse zum Bewegungsapparat, zur Biomechanik, zum Bau der Rumpfwand sowie zu den Leitungsbahnen der Extremitäten erworben werden. Im zweiten Semester werden Kenntnisse zur Lage, zum Aufbau und zur Funktion der inneren Organe erworben sowie zu den Leitungsbahnen und Organen des Halses und des Kopfes. Dabei werden für Rückenmark, Hirn, Hirnnerven und Sinnesorgane bereits wichtige Grundlagen für den separaten Kurs der Neuroanatomie (am Beginn des dritten Semesters) gelegt. Zu sämtlichen Themen des makroskopischen Kurses werden durch Röntgenbilder, CTs, MRs und Sonogramme Grundlagen der normalen Röntgen- und Schnittbildanatomie vermittelt und in den Lernstoff eingebunden.

Fähigkeiten

Auf der Basis der zunächst meist zweidimensionalen Medien Buch, Atlas und Vorlesungspräsentation, sollen die Studierenden im Kurs die Fähigkeit erwerben, dreidimensionale Lagebeziehungen von Organen und Leitungsbahnen zu erarbeiten und durch unmittelbare Anschauung zu „begreifen“. Durch Lernen am Original, dem Leichnam eines Menschen, sollen sie in die Lage versetzt werden, den Normalfall („Lehrbuchfall“) von der Variation und der pathologischen Veränderung abzugrenzen. Die Studierenden sollen außerdem in die Lage versetzt werden, anatomische Strukturen in Schnittbildern, Röntgenbildern und Sonogrammen zu identifizieren. Es sollen so die morphologischen Grundlagen für ein funktionelles Verständnis und klinisch relevante Inhalte gelegt werden.

Fertigkeiten

Die Studierenden sollen durch den Kurs in der Lage sein, das theoretisch erworbene Wissen auf die tatsächlichen individuellen Verhältnisse am menschlichen Körper anzuwenden und Strukturen sicher zuzuordnen. Sie erwerben dabei zusätzlich manuelle Fertigkeiten im Umgang mit Körpergeweben und -organen, bis hin zur Erprobung chirurgischer Zugangswege. Die Studierenden sollen dabei durch eigenes praktisches Handeln („Präparieren“) und systematisches Vorgehen typische handwerklichen Grundlagen des Arztberufes erwerben